Omnia vincit Amor – die Liebe besiegt alles.

Manchmal ist man auf der Suche. Ohne zu wissen wonach.

Ich hatte immer sehr gefestigte moralische Grundsätze. Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit. Und Monogamie. Für mich war sehr früh klar, dass ich, sobald ich den Mann meines Lebens gefunden habe, treu sein würde, bis ans Ende unserer Tage. Ein Mann der mich liebt. Ein Mann, den ich liebe. Nicht mehr und nicht weniger. Vor einigen Tagen schrieb ein Freund mir: „Ich möchte ein Zuhause, einen Menschen, der mich liebt, so wie ich bin.“

Als ich 21 war, habe ich diesen Menschen gefunden. Er kam aus dem nichts und hat mich von Anfang an geliebt, mehr als ich mich jemals selbst lieben konnte.

Heute ist er nicht nur seit 11 Jahren mein Ehemann, sondern auch mein bester Freund. Wir sind eine gelungene Mischung aus „gleich und gleich gesellt sich gern“ und „Gegensätze ziehen sich an“.

Und dennoch war ich eines Tages auf der Suche. Nach „mehr“. Zunächst ging es mir um ein sexuelles Abenteuer. Dann verliebte ich mich. In einen anderen Mann. Alles geschah im Beisein und im Dialog mit meinem Ehegatten. Machte es das einfacher? Nein! Stürzte es unsere Welt ins Chaos? Ja!

Doch wir erkannten schnell, dass wir genau so leben möchten. In Liebe.

Jeder Mensch liebt nicht nur einen Menschen, er liebt seine Eltern, seine Geschwister… warum also beschränken wir das, was wir an Liebe zu geben und zu empfangen haben in romantischen (sexuellen, oder wie auch immer man diese bezeichnen will) Beziehungen auf eine Person?

Liebe ist das einzige, was mehr wird, wenn man es teilt und sie umgibt jedes Lebewesen auf der Erde. Sie ist tatsächlich überall! Das Lächeln eines Unbekannten auf der Straße, das Streicheln eines Tieres, die Umarmung eines Freundes. All das ist Liebe!

Auch wenn es manchmal schwer zu begreifen ist, auch wenn es nicht immer einfach ist. Zweifel. Angst. Kummer.

Omnia vincit amor, die Liebe besiegt alles! Und das ist es, was letztlich zählt.