Penisse!

So weit das Auge reicht. Große, kleine, dicke, dünne. Krumme, gerade. Beschnittene. Mit Vorhaut.

 

Ansehnliche, weniger hübsche (sofern man das bei männlichen Geschlechtsteilen überhaupt differenzieren kann).

Einige der Bilder habe ich nach eindeutiger Aufforderung meinerseits erhalten. „Zeig doch mal!“ Keiner der Männer hat sich geziert. Alle schickten bereitwillig digitale Abzüge ihrer Männlichkeit. Die Mehrheit jedoch fragte gar nicht erst, ob ich ihr Gemächt überhaupt betrachten wolle. 

„Hier hast du schon einmal einen Vorgeschmack auf das, was dich erwartet!“

In meinem Kopf manifestierte sich jedes Mal aufs neue nur eine einzige Frage: „Ist das dein Ernst?“

Es tut mir leid euch das sagen zu müssen, Männer. Euer Vorgeschmack hat einen schalen Beigeschmack und hinterlässt einen nicht allzu süßen Nachgeschmack.

Habt ihr denn nichts, womit ihr Frauen beeindrucken könnt, außer dem kleinen Stück Fleisch zwischen euren Beinen?

Ich bin bestimmt kein Kind von Traurigkeit, aber das ist sogar für mich befremdlich.

A. hat täglich Fotos geschickt. Und Videos. Videos! Leute! Wieso auch noch Videos? Ja, natürlich ist es sexy einem Mann dabei zuzusehen, wie er an sich rumspielt. Ich bevorzuge jedoch die Variante, bei der ich körperlich ebenfalls anwesend bin, um gegebenenfalls ins Geschehen eingreifen zu können.

B. hat mir auch häufig Bilder zukommen lassen. Meist jedoch von seinem Hintern, in dem irgendetwas steckte. Das war immerhin mal ein anderer Ansatz. 

Es mag prüde klingen, aber Genitalien sind nun wirklich nicht das erste, woran wir Frauen (und ich denke ich spreche da eben nicht nur für mich) denken, wenn wir uns zu einem Mann sexuell hingezogen fühlen.

Wenn ihr uns rumkriegen wollt, schickt uns ein Foto eurer Hände, ein Lächeln. Versucht einen halbwegs intelligenten Eindruck zu machen (recherchiert zur Not im Internet, heutzutage ist das nun wirklich nicht mehr schwer).  Zeigt Humor (und der darf sich gerne seit eurem 12. Lebensjahr weiterentwickelt haben).

Aber verschont uns bitte, es sei denn, wir bitten euch darum, mit der permanenten Penetration unserer geschundenen Augäpfel durch eure Prengel.

Und noch etwas: kombiniert bitte keine Komplimente oder Gefühlsregungen mit diesen optischen Grausamkeiten. Du hast so funkelnde Augen und so sinnliche Lippen. Ich denke gerade daran, wie sie ihn umschließen. Schwanzbild. Ich mag deinen wohlgeformten Po. Der hier würde ihm gerne einen Besuch abstatten. Schwanzbild. Ich liebe dich! Und zur Untermauerung dieser These? Genau, Schwanzbild!

Das mag in eurer Welt vielleicht funktionieren.  „Schatz, danke, dass du die Spülmaschine ausgeräumt hast, Männer die im Haushalt helfen, machen mich geil. Hier ein Bild von meiner Muschi, die ist schon ganz feucht!“

In meiner tut es das nicht. 

 

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